Im September des vergangenen Jahres wurden sieben kurdische Politiker und Geschäftsleute in Dänemark unter dem Vorwurf der „Terrorismusfinanzierung“ verhaftet. Im Juni erhob die Staatsanwaltschaft Kopenhagen Anklage gegen elf Personen; ihnen wird vorgeworfen, in verschiedenen europäischen Ländern Geld gesammelt und an die PKK weitergeleitet zu haben. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft handelt es sich um „den umfassendsten Fall von Terrorismusfinanzierung, den Dänemark je gesehen hat“.
Über das Strafverfahren gegen den kurdischen Fernsehsender Roj-TV und das laufende Verfahren hinaus wird die gesamte kurdische Gemeinschaft unter dem Deckmantel der Terrorbekämpfung kriminalisiert — ein in Dänemark bislang unbekanntes Phänomen. Die Betroffenen haben schwere materielle wie immaterielle Schäden erlitten: Geschäftsinhaber verzeichneten Umsatzeinbußen, weil Kund:innen fernblieben, und Kurd:innen wurden von dänischen Arbeitgebern entlassen.
Diese Ereignisse haben zu einem deutlichen Rückzug aus dem gesellschaftlichen und politischen Leben geführt; in der Gemeinschaft herrscht verbreitete Angst. Die Medienberichterstattung hat sie als „Terroristen“ herabgewürdigt — ein Vorgehen, das aus anderen westeuropäischen Ländern gegenüber kurdischen Politiker:innen und Gemeinschaften bekannt ist.
MAF-DAD hat nach den Verhaftungen des vergangenen Jahres Kontakt zu den Betroffenen, ihren Familien und Anwält:innen aufgenommen. Der Prozess in Kopenhagen beginnt am 18. September 2013.
Um die Betroffenen und die kurdische Gemeinschaft zu unterstützen, möchte MAF-DAD eine Delegation von Jurist:innen zusammenstellen, die in der ersten oder zweiten Septemberwoche für zwei bis drei Tage nach Dänemark reist. Die Delegation wird die Betroffenen und ihre Verteidiger:innen treffen und den Prozessauftakt beobachten. Wir laden zur Teilnahme ein und bitten um rasche Anmeldung.
In September of last year, seven Kurdish politicians and businesspeople were arrested in Denmark on the accusation of “financing terrorism”. In June the Copenhagen public prosecutor's office brought charges against eleven individuals, alleging that they collected money in various European countries and forwarded it to the PKK. According to the prosecutor's office this is “the most comprehensive case of terrorism financing that Denmark has ever seen”.
Beyond the criminal proceedings against the Kurdish television station Roj-TV and the current case, the entire Kurdish community is being criminalised under the guise of counter-terrorism — a phenomenon previously unknown in Denmark. Those affected have suffered severe material and immaterial damage: business owners saw their turnover fall as customers stayed away, and Kurds were dismissed by Danish employers.
These events have prompted a marked withdrawal from social and political life, with widespread fear pervading the community. Media coverage has degraded them as “terrorists”, mirroring approaches seen in other Western European countries towards Kurdish politicians and communities.
MAF-DAD established contact with those affected, their families and their lawyers following last year's arrests. The trial in Copenhagen begins on 18 September 2013.
To support those affected and the Kurdish community, MAF-DAD intends to assemble a delegation of legal professionals to travel to Denmark for two to three days in the first or second week of September. The delegation will meet those affected and their defence counsel and observe the opening of the trial. We invite participation and ask for prompt registration.